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„Versicherte fühlen sich allein gelassen“

Wir stellen fest, dass sich Versicherte in einem erheblichen Umfang mit ihren Schmer­

zen allein gelassen fühlen, obwohl es eine Vielzahl von Therapieoptionen gibt. Die

Betroffenen erleben eine Odyssee von Arzt zu Arzt ohne spürbaren Therapieerfolg.

Dieser kann sich nur einstellen, wenn

die individuellen Bedürfnisse der Ver­

sicherten erkannt und eine koordinierte,

aufeinander abgestimmte Behandlung

unter Einbeziehung aller notwendigen

Disziplinen durchgeführt wird. Dies ist

umso wichtiger, als es durch die demo­

graphische Entwicklung immer mehr äl­

tere Menschen geben wird, mehr chro­

nifizierte, mehr multimorbide und damit

immer mehr Schmerzpatienten.

Zurzeit haben wir 500 Schmerzkliniken,

wir bräuchten aber 3.000. Es ist fünf vor

zwölf und wir müssen uns intensiv da­

mit auseinandersetzen, wie wir die Zu­

kunft der Schmerzmedizin in den Griff

bekommen.

Ingo Kailuweit,

Vorstandsvorsitzender

Kaufmännische Krankenkasse (KKH)

Maria Klein-Schmeink,

MdB, Gesundheitspolitische

Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen

„Fortschritt in Zehn-Jahres-Rhythmen

findet keine Akzeptanz“

Die Diskussion auf dem Nationalen Ver­

sorgungsforum und andere Diskussions­

runden dieser Art zeigen, wie schwer es

ist, die Versorgungslücke und das Ver­

sagen der Selbstverwaltung in den Griff

zu bekommen. Der Gesetzgeber hat mit

dem SGB V verschiedene Instrumente

zur Verbesserung der Situation installiert.

Aber es dauert viel zu lange, bis ord­

nungspolitische Maßnahmen umgesetzt

werden. Siehe das Thema Integrierte

Versorgung: Zehn Jahre sind hier nichts.

Und in vielen Bereichen sind wir erst am

Anfang einer Integrierten Versorgung

oder eines Disease Management Pro­

grammes (DMP).

Wir brauchen so etwaswie eineOmbuds­

stelle für Versorgung, ein Gremium, das

Ergebnisse einfordert. Fortschritt im Ge­

sundheitswesen in Zehn-Jahres-Rhyth­

men findet weder bei Patienten noch bei

den Versicherten Akzeptanz.