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Einleitung

Im November 2015 diskutierten beim

„Nationalen VersorgungsforumSchmerz“

in Berlin Schmerzmediziner, Parlamenta­

rier des Deutschen Bundestags, Vertre­

ter von Krankenkassen und Kassenärzt­

lichen Vereinigungen, Wissenschaftler

und Patienten über Konzepte für eine

bessere Schmerzversorgung in Deutsch­

land. Initiatoren der Veranstaltung waren

die Deutsche Schmerzliga e.V. (DSL), die

Deutsche Gesellschaft für Schmerzme­

dizin e.V. (DGS) und der Berufsverband

der Ärzte und Psychologischen Psycho­

therapeuten in der Schmerz- und Palli­

ativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD).

Die einhellige Meinung der Diskussions­

teilnehmer: Die Versorgung in Deutsch­

land ist aktuell unzureichend. Es besteht

dringender Handlungsbedarf.

23 Millionen Menschen in Deutschland

leiden an chronischen Schmerzen. Etwa

2,8 Millionen dieser schwerst betroffe­

nen Patienten benötigen dringend eine

spezielle schmerzmedizinische Behand­

lung. Es gibt aber nur etwa 400 Ärzte, die

Schmerzpatienten in Vollzeit versorgen.

Nötig wären für eine flächendeckende

Versorgung mindestens 10.000!

Für die nächsten Jahre erwarten die

Experten ohne nachhaltige Änderung

der Versorgungssituation weiterhin stei­

gende Patientenzahlen und eine weite­

re Verschlechterung der schmerzmedi­

zinischen Versorgung. DSL, DGS und

BVSD fordern daher eine ambulante,

freiberuf­liche und wohnortnahe Ver­

sorgung durch schmerzmedizinisch

qualifizierte Ärzte im Rahmen eines

abgestuften Versorgungsmodells vom

Hausarzt bis zum ausgewiesenen

Schmerzmediziner: Maßnahmen wie die

Berücksichtigung der Schmerzmedi­

zin in der Bedarfsplanung, eine bessere

schmerzmedizinische Ausbildung, die

(flächendeckende) Umsetzung ange­

messener Vergütungsmodelle sowie die

Einführung des Facharztes für Schmerz­

medizin müssten dabei Hand in Hand

gehen.

Dr. Gerhard H. H. Müller-Schwefe,

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS),

Prof. Dr. Dr. h. c. Joachim Nadstawek,

Vorsitzender des Berufsverbandes der Ärzte und Psychologi­

schen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD) und

PD Dr. Michael A. Überall,

Präsident der Deutschen Schmerzliga (DSL) (von links nach rechts) beim

Nationalen Versorgungsforum Schmerz in Berlin

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