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„Versorgungslandschaft ist zu unterschiedlich“

„Hochintensive Maßnahmen verpuffen“

Bei der Versorgung von Schmerzpatienten ist in der Vergangenheit bereits einiges

passiert – gleichwohl zeigt sich, dass dies bei weitem nicht ausreichend ist, um den

Versorgungsbedarf zu decken. Je nachdem, wo die Schmerzpatienten leben, sind

die Strukturen vor Ort und die Zugangsmöglichkeiten zu unterschiedlich. Hierbei

haben wir noch erheblichen Verbesserungsbedarf. Mit dem Versorgungsstärkungs­

gesetz (VSG) stellen wir erhebliche Mittel für einen Innovationsfonds zur Verfügung.

Von den 300 Millionen Euro, die künftig

jährlich für innovative Forschung ausge­

geben werden, sind 75 Millionen Euro

direkt für die Versorgungsforschung

vorgesehen. Wir haben zudem gerade

mit dem VSG II an den Gemeinsamen

Bundesausschuss (G-BA), der dafür die

fachliche Expertise hat, den Auftrag ge­

geben, bis 2017 eine Bedarfsplanung

vorzulegen. Zum anderen kann der

Bundesgesetzgeber auch mit darauf

hinwirken, dass schon im Medizinstudi­

um das Thema Schmerzmedizin einen

höheren Stellenwert bekommt.

Immerhin wird Schmerzmedizin ab dem

kommenden Jahr ein Prüfungsfach

sein. Das ist ein ganz wichtiger Schritt,

um schon in der Ausbildung Schmerz­

diagnose und Schmerztherapie anders

zu gewichten als in der Vergangenheit.

Heike Baehrens,

MdB, SPD, Mitglied des Ausschuss für Gesundheit

Dr. Eva Bartmann,

Vorstandsmitglied Berufsverband der Ärzte und Psychologischen

Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD)

(links im Bild)

Die Frage, welcher Patient stationär oder

ambulant versorgt werden soll, ist meiner

Meinung nach falsch gestellt. Wichtiger ist

doch: Wenn wir jemanden drei, vier oder

auch sechs Wochen stationär behandeln

– was machen wir danach? Dann fallen die

Patienten in ein Loch, da sie vor Ort nicht

weiter betreut werden können, und nach

einem halben Jahr ist das Ergebnis gleich

null, obwohl wir eine intensive und teure

multimodale Therapie stationär angewen­

det haben. Das heißt, die Patienten müs­

sen anschließend mindestens auf einem

niedrigen Level kontinuierlich weiter beglei­

tet werden. Genau dafür ist eine Integrierte

Versorgung wichtig: um den Patienten sta­

bil zu halten, sonst verpuffen hochintensi­

ve, teure Maßnahmen.

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