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„Ich setze sehr auf den interdisziplinären Ansatz“

Dr. Johannes Fechner,

Stellv. Vorstandsvorsitzender Kassenärztliche Vereinigung

Baden-Württemberg (KVBW) und Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)

Stephanie Funk,

Apothekerin (rechts im Bild)

„Der Apotheker hat eine wichtige Leitungsfunktion“

Die Apotheke vor Ort ist für Patienten

mit Schmerzen nach dem Hausarzt in

der Regel die erste Anlaufstelle. Viele

Schmerzpatienten kaufen neben den

verschriebenen Medikamenten auch

OTC-Arzneimittel. Wir Apotheker sind

Vertrauenspersonen für den Patienten

und er wird durch uns optimal mit Me­

dikamenten versorgt. Er kann an den

Apotheker alle Fragen zu den Medika­

menten stellen, zur Verträglichkeit, zu

Wirkung und Wechselwirkungen.

Darüber hinaus erzählen viele Patien­

ten von ihren diversen gesundheitlichen

Problemen und Leidenswegen. Durch

ein gutes Netzwerk können wir oft wei­

terhelfen, etwa indem wir Selbsthilfe­

gruppen empfehlen oder Informationen

über spezialisierte Ärzte oder Physio­

therapeuten weitergeben. Wir haben

also eine wichtige „Leitungsfunktion“. Aus diesem Grund sind wir auch eine von der

DGS zertifizierte „NetzwerkApotheke“.

„gut“, sondern „ausreichend“ sein, und

dem kommen wir nach. Dennoch bin

ich überzeugt, dass die Schmerzmedi­

zin ein Querschnittsfach ist.

Den Facharzt für Schmerzmedizin je­

doch sehe ich kritisch. Es ist wichtiger,

den Patienten interdisziplinär oder mul­

tiprofessionell zu betreuen. Daher müs­

sen meines Erachtens alle Disziplinen

die Schmerztherapie beherrschen. Ich

setze sehr auf den interdisziplinären An­

satz, der die Psychosomatik in ganz an­

derem Umfang berücksichtigt. Gerade

chronische Schmerzpatienten brauchen

aus jeder Ecke Begleitung, am meisten

wahrscheinlich psychosomatisch und

psychiatrisch.

Als KV-Vorstand höre ich keine Negativmeldungen bezüglich der schmerzmedi­

zinischen Versorgung. Vielleicht vom Bundesverband, aber nicht von den Kranken­

kassen und auch nicht von den Patienten. Daraus schließe ich, dass die Versorgung

ausreichend ist. Nach dem Sozialgesetzbuch müssen wir nicht „sehr gut“ und nicht